Die Begleitung von Jugendlichen und Erwachsenen

Für Jugendliche und Erwachsene ist das Wiedererleben in Begleitung bis zur Traumaauflösung, mit der Methode des Begleiteten Systematischen Wiedererlebens nach S. Petry (BSW nach S. Petry) häufig ungewohnt. Denn der Zugang zu den Inhalten im Erlebnisgedächtnis kann nicht, wie bei den gängigen Unterstützungsmethoden, über die Sprache gelingen. Das Wiedererleben der Inhalte aus dem Erlebnisgedächtnis gelingt nur, wenn man sich auf das Empfinden von Körpergefühlen und emotionalen Gefühlen einlässt.

 

Dadurch dass wir in einer Kultur leben, in der schmerzhafte Gefühle durch Beruhigen und Trösten bereits im Kindesalter vermieden und verdrängt werden, haben viele Jugendliche und Erwachsene Angst vor ihren Gefühlen und dem Wiedererleben.

 

Es fallen zwar auch Jugendliche und Erwachsene manchmal allein ins Wiedererleben (bekannt ist dieses Phänomen als "flash-back"), doch sind in diesem Alter die Verdrängungs- und Vermeidungsstrategien oft schon so gut ausgebildet und automatisiert, dass es schwierig ist, das Vermeiden dieses Zustandes zu stoppen. Obwohl das Wiedererleben ein natürlicher Prozess ist, müssen manche Jugendliche und Erwachsene es erst wieder erlernen.

 

Bei der Begleitung von Jugendlichen und Erwachsenen ist ein Termin pro Woche in der Regel ausreichend. Bei schwereren Traumatisierungen sollten die Termine jedoch dichter liegen, damit die Zeit zwischen den Terminen weniger anstrengend wird. Ist eine traumatische Situation aufgelöst worden, kann man vor dem Auflösen der nächsten eine längere Pause einlegen.

 

Die Dauer der einzelnen Wiedererlebensprozesse ist bei Jugendlichen unterschiedlich lang. In der Regel dauern sie zwischen 60 und 90 Min. pro Termin.

 

Da man nicht abschätzen kann, wie schwer die einzelnen Traumatisierungen sind und wie häufig Traumatisierungen stattgefunden haben, kann man keine Auskunft darüber geben, wie lange es dauern wird, bis die Traumatisierungen von Jugendlichen und Erwachsenen aufgelöst sind.

 

Es ist allerdings nicht notwendig, jede einzelne Traumatisierung wiederzuerleben, um sie aufzulösen. Beim Auflösen eines Traumas lösen sich nämlich auch andere, ähnliche Traumatisierungen gleichzeitig auf. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es gelingt, die ursprünglichste Traumatisierung dieser Art wiederzuerleben.